Lebenslauf und Lebensgeschichte

Lebenslauf (Tabellarisch als PDF-Datei)

Lebensgeschichte:
Rückblick
Auslandsaufenthalte
Zurück in Österreich
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Rückblick über 45 Jahre

Im April 1961 habe ich auf einem entlegenen Bauernhof in Österreich das Licht der Welt erblickt, wo ich als erstes von vier Kindern aufwuchs. Die Kindheit war geprägt, von mehr oder weniger intensiver Mitarbeit am Bauernhof, von obligaten sonntäglichen Kirchenbesuchen und täglichem Rosenkranzgebet in der Fasten- und Adventzeit. Mangels eines eigenen Autos (das erste Familienauto wurde 1972 angeschafft), fuhr uns an Sonntagen der Onkel zur Kirche. Nach der Spätmesse ging er gerne ins Gasthaus um am Frühschoppen teilzunehmen, wo wir dann oft über eine Stunde im Auto warten mussten. Im Winter war das manchmal bitterlich kalt.

Etwa 1972 kam bei uns das erstes Fernsehgerät, ein alter Schwarz-Weißfernseher ins Haus, der wenn das Wetter nicht allzu schlecht war, ORF 1 und "Die Sendung mit der Maus" zu uns ins Haus brachte. Ab und zu gab's dann noch "Dick und Doof" oder "Trailer". Ab der dritten Klasse Hauptschule, lernte ich durch Schulkollegen Komik-Bände (Bessie, Lassiter, diverse Wildwest und Heimatromane kennen. Manchmal kamen mir auch anspruchsvoller Bücher in die Hände. Die habe ich dann am Abend, vor dem Schlafengehen heimlich im Schlafzimmer, manchmal mit der Lampe unter der Decke gelesen habe, weil es verboten war, nach dem Schlafengehen, das Licht noch anzulassen. Es gäbe da noch viele Details aus der Kindheit u. Jugendzeit, die ich vielleicht mal an anderer Stelle niederschreiben werde.

Nach dem Ende der Pflichtschule (Volks- u. Hauptschule) hatte ich das Angebot entweder eine Autospengler-Lehre im 80 km entfernten Wels oder eine Kochlehre in einem kleinen Gasthaus, im 40km entfernten Gallneukirchen zu beginnen. Da ich ohnedies zu Hause ab und zu gerne kochte, entschied ich mich dann für die Kochlehre. Nach zwei Jahren Lehrzeit wechselte ich den Lehrbetrieb, um in einem Wienerwaldhotel in Linz die Lehre abzuschließen. Im dritten Lehrjahr wurde mir bewusst, dass es nicht meine Bestimmung und auf keinen Fall mein Wunsch war, mein Leben u. meine berufliche Laufbahn mit Kochen in der stressigen Gastronomie zuzubringen. Ich wollte die weite Welt kennen lernen. Durch die Berufsschule in Gmunden, wo wir über Rezepte, Zubereitungsarten und Speisen aus vielen Ländern erfuhren, wuchs in mir das Interesse an fremden Sprachen und Kulturen.

Sofort nach Abschluss der Kochlehre, habe ich meine Kochkleidung abgelegt und habe mich auf Reisen begeben und startete mit einem "Austria-Ticket" einer Österreichkarte, einem Tagebuch, meiner Panflöte und mit ein paar Kleidungsstücken im Rucksack. Nach etwa zwei Wochen des Reisens, als ich im Grazer Stadtpark gerade meine Mittagsjause beendete, trat eine freudliche junge Dame auf mich zu und fragte mich: "Glaubst du (damals war es noch Du), dass man die Welt verändern kann?" Dja, da hat sich mich an der richtigen Stelle getroffen, denn nach der harten und unbequemen Kindheit zu Hause und nach den unwirtlichen Lehrjahren, verspürte ich tatsächlich einen starken Drang, die Welt zu verändern. Die Dame hat mich eingeladen, in ein naheliegendes Haus ihrer Gemeinschaft mitzukommen und wollte mir mehr erzählen. Ich hatte zwei Tage Zeit und nach der langen Reise, tat es mir gut, wieder mal richtig, vielleicht wahr es überhaupt das erste Mal, mit jemandem ein richtiges Gespräch zu führen.

Die Nacht verbrachte ich wie geplant in der Jugendherberge. In der Früh, vor der Weiterreise, besuchte ich die Dame nochmals. Ich wollte noch erfahren, was das für Gemeinschaft war und ob es in Linz eine Zweigstelle davon gab. Ich wollte ich unbedingt die Adresse. Ich erfuhr dann, dass es sich bei dieser Gruppe um Leute von der Vereinigungskirche, besser bekannt unter dem Schimpfnamen "Mun-Sekte". Das hat mich jedoch nicht gestört. Nach beendeter Reise und ein paar Tagen zu Hause, habe ich mir in Linz ein Zimmer zu mieten gesucht und nahm mit der Linzer Vereinigungskirche Kontakt auf. Ich wollte einen neuen Job suchen und im Herbst mit dem Abendgymnasium beginnen. Nach ein paar Monaten in Linz, schloss ich mich der Vereinigungsbewegung an und habe meinen Eltern die Unterschrift, zur Erlaubnis in die Wohngemeinschaft der Linzer Vereinigungskirche einziehen zu dürfen, abgenötigt. Mit 19 Jahren, nach Erlangen der Volljährigkeit, bin ich von der katholischen Kirche ausgetreten und habe mich der Vereinigungsbewegung angeschlossen.

Auslandsaufenthalte

Nach dem Abdienen des Präsenzdienstes beim österreichischen Bundesheer habe ich mich als Volunteer für mehrere Auslandsaufenthalte (3 Jahre Holland u. Belgien, 3 Jahre USA und nicht ganz 4 Jahre Süd-Korea und Japan) gemeldet und konnte auf diese Weise unzählige Auslandserfahrungen und wertvolle Fremdsprachenkenntnisse sammeln.

1987 habe ich an in New York (Hotel New Yorker) an einer Veranstaltung für Partnersuche (Machting) mit Reverend Mun teilgenommen. Dort habe ich Tsuyako, eine Japanerin kennengelernt und mich sofort in sie verliebt. 1989 haben wir an einer internationalen Trauungszeremonie (Segnung) in Korea teilgenommen. Wie es bei den "Moonies" üblich ist, gibt es vor Beginn es Ehelebens eine gewisse Zeitperiode der Vorbereitung, in der die Parnter enthaltsam und häufig, je nach jeweiliger Beschäftigung und Herkunft, auch geographisch getrennt leben. Tsuyako ist nach der Ehesegnung nach Japan zurückgekehrt.

Ich habe mich als Volunteer gemeldet, um mit Freiwilligen aus vielen Ländern beinahe vier Jahre in Korea (überwiegend Pusan) zu bleiben. In Korea habe mich intensiv mit Sprache u. Kultur des Landes beschäftigt, habe in einem Chor mitgesungen, jeden Tag von 5 – 8 Uhr früh Zeitungen ausgetragen, Zeitungsabonnements verkauft, mich als „Nativ-Speaker“ mit Deutsch Studierenden und Professoren getroffen, habe mit Koreanern zusammengewohnt, bin mit ihnen am Boden gegessen und habegeschlafen, wie ein Koreaner. Der Aufenthalt in Korea brachte zudem die Möglichkeit, gelegentlich meine Frau und ihre Familie in Japan zu besuchen. Ich blieb bis zum Herbst 1992 in Pusan. Dann wollte ich wirklich nach Hause. Ich hatte genug gelernt, genug gesehen von der weiten Welt und wollte schleunigst in meine Heimat zurück. Während all der Zeit im Ausland pflegt ich sorgsam den Briefkontakt zu meine Eltern, Geschwistern und einigen Bekannten.

Zurück in Österreich

Anfang 1993 haben Tsuyako und ich in Österreich unser Familienleben begonnen. Nach dem über zehnjährigen Aufenthalt im Ausland, habe ich eine Stelle in meinem erlernten Beruf (Koch), beim österreichischen Bundesheer als Koch angenommen und besuchte die Abendschule (BRG, Linz / Spittelwiese). Ich war dann fast ganzen Tag außer Haus. Nach etwa einem Jahr, wurde die Belastung für unsere Ehe dadurch schließlich zu groß, sodass ich den Besuch der Abendschule abgebrochen habe.

Ende 1994 haben Tsuyako und ich uns entschlossen, ein Gasthaus in Walding zu pachten, welches wir bis Juli 1996 erfolgreich geführt haben. Tsuyako-san hat gekocht und in der Küche geholfen. Wir hatten eine eigene Speisekarte für Japanische Spezialitäten, die sehr gut angenommen wurden.

Im Frühjahr 1996 ist unser Sohn Leonhard geboren. Das Schicksal war uns hilfreich, indem sich jemand fand, der das Gasthaus an unserer Stelle pachten wollte, wodurch wir im Sommer 96 relativ günstig, vorzeitig aus dem Pachtvertrag aussteigen konnten. Unsere Familie ist dann nach Katsdorf übersiedelt. Im Herbst 1996 habe ich eine Stelle als Koch (Schichtleiter) im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern (Linz) angenommen und habe mit dem Besuch der Abendschule an der (HAK Linz/Rudigierstraße) begonnen. Im Herbst 1997 ist unsere Tochter Erika geboren worden. Im Sommer 2000 konnte ich Abendschule erfolgreich mit Matura abschließen, uhhh!

Nach einer Operation im Winter 1999 habe ich die Krankenhausanstellung als Koch gekündigt und konnte durch das AMS über mehrere Monate Kurse für EDV-Ausbildung besuchen. Im Herbst 1999 fand ich nach mehreren Bewerbungen eine Stelle als Software-Lokalisierungsmanager u. Assistent der Geschäftsführung bei der Firma Soft Warehouse Europe, im Softwarepark Hagenberg. In dieser Anstellung habe ich mit vollem Engagement und mit viel Freude bis Herbst 2006 gearbeitet. In dieser Zeit konnte ich erfolgreich die Lokalisierung von Derive 5 und Derive 6 in zehn Sprachen koodinieren. Für die deutsche Version erstellte ich die Rohübersetzung von Online-Hilfe, Benutzeroberfläche und des Installationsprogramms. Die Weiterentwicklung des Hauptproduktes „Derive“, der Firma Soft Warehouse wurde 2006, auf der Grundlage einer Entscheidung von Texas Instruments, eingestellt. Somit verlor ich meine Anstellung, oder ich wurde frei, um mich neuen Plänen zu widmen. Dienstreisen brachten mich nach Großbritanien, Holland, Hawaii, Süd-Korea und Japan.

Zur Zeit bereite ich mich auf die Gründung eines eigenen Übersetzungsbüros vor, wo ich mit Partnern verschiedene Übersetzungendiensleistungen und „interkulturelles Coaching“ anbieten will. Zusätzlicher will ich als Fremdenführer für interessante Touren zur Verfügung stehen.

Vision für Unternehmen "DongHwa"

Mit der Gründung eines eigenen Unternehmens biete ich gemeinsam mit kompetenten Übersetzungspartnern für etwa zehn Sprachen Übersetzungen an. Mit diesem Unternehmen, sollen international tätige Unternehmungen die Möglichkeit erhalten, von meinen Erfahrungen und Erkenntnissen im Umgang mit Menschen verschiedener Kulturen zu profitieren. Ich beherrsche Englisch in Wort und Schrift, kann mich gut in Japanisch u. Koreanisch ausdrücken und bringe gute Grundkenntnisse in deren Schriftsystemen mit. Französisch habe ich vor ein paar Jahren an der Handelsakademie erlernt u. habe darin die mündlich Reifeprüfung abgelegt. Von meinen Holländischkenntnissen sind noch noch Reste vorhanden, selbst wenn ich vieles davon vergessen habe.

Zur Zeit (Sommer 2007) bereite ich mich auf die staatliche Fremdenführer (Tour-Guide)-Prüfung vor, um in Zukunft Interessantes und Sehenswertes in Österreich näher zu bringen.

Meine Liebe zur Natur und Landwirtschaft

2001 habe ich den Bauerhof meiner Eltern übernommen, wo ich nun seit Herbst 2001 mit meiner Familie wohne und gemeinsam mit meinen Eltern die BIO-Landwirtschaft im Nebenerwerb bewirtschafte. Aufenthalt und Arbeit in der freien Natur erlebe ich als besonders erfüllend. Mit großem Interesse versuche ich mehr und mehr zu erfassen, was natürliche Landwirtschaft bedeutet und was ich davon anwenden kann.

Familienleben mit Überzeugung

Das interkulturelle Familienleben bietet für alle Beteiligten immer wieder neue freudige Überraschungen und schwierige Herausforderungen. Ich versuche mittlerweile das Leben in unserer Familie eher als eine Lernaufgabe zu betrachten. Über die vergangenen Jahre habe ich durch Tsuyako, durch ihre Familie und japanische Freunde, großes Interesse und viel Liebe für die japanische Sprache und Kultur entwickelt. Ich mache mir viele Gedanken über Familienleben und über die Bedeutung von stabilen Familien. Erfahrungen aus dem Familienleben, haben meines Erachtens auch großen Wert im beruflichen Leben und im Umgang mit Menschen allgemein.

Engagement für Völkerverständigung

Ein besonderes Anliegen ist mir der respektvolle Umgang mit Migranten, die hier bei uns in Österreich leben und arbeiten. Meine Frau Tsuyako und ich engagieren uns für Verständigung und Austausch mit und Beziehungen zu Muslimen. Die Begegnung mit Reverend Sun Myung Mun, mit Menschen der Vereinigungsbewegung und meine Erfahrungen in Voluteertätigkeiten im Rahmen von Projekten und Aktivitäten dieser Bewegung haben mich sehr stark geprägt und geben mir die Gewissheit, dass es sich lohnt, sich um Nächstenliebe zu bemühen und für Frieden und Völkerverständigung zu arbeiten. Wenn jemand Fragen zu meiner Person oder zu Tätigkeiten in meiner Vergangenheit hat, werde ich gerne versuchen, diese bei Bekanntgabe von Namen und Adresse zu beantworten.

Kontakt und Copyright

Bei Interesse an Übersetzungsdienstleistungen und Angeboten meines Unternehmens hat, lade ich zum Besuch der Webseiten von www.donghwa.at ein oder mich über XING zu kontaktieren. Ich freue mich auf neue Bekanntschaften, die sich vielleicht durch diese Präsenz im Internet ergeben werden und grüße alle Besucher dieser Seiten recht herzlich.

Johann Gutenbrunner
(Copyright 2007)
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